Münchner Merkur, 29.11.2011
Mit Knopf im Ohr auf den Spuren der Nazis
München - Jahrelang hat München sich schwer getan, sein Erbe als Hauptstadt der Nazi-Bewegung anzunehmen. Seit einiger Zeit hat sich das geändert – und nun hat das Thema auch die Tourismusbranche erreicht.
Er sieht aus wie ein ganz normaler MP3-Player – und die Firma „Soundgarden“ wirbt auch damit, dass man ihn hinterher problemlos zum Musikhören benutzen kann. Wenn man das denn überhaupt will. Denn der historische Stadtrundgang „München im Nationalsozialismus“ bietet Touristen und auch interessierten Müchnern per Kopfhörer einen spannenden Drei-Stunden-Überblick darüber, wie das menschenverachtende Hitler-Regime gerade an der Isar erstarken konnte.
Eigentlich ist die Münchner Firma auf Audioguides in Museen spezialisiert. Zum Beispiel in der Residenz, im Lenbachhaus, im BMW-Museum und in der Staatsbibliothek hören Besucher mit „Soundgarden“-Führern Wissenswertes über die Exponate.[…] Mit dem neuen Guide habe man erstmals ein günstiges Gerät zur Hand, das für einen Stadtspaziergang geeignet sei. […]
Dem Gerät beigelegt ist eine Karte der Innenstadt. Darauf sind 38 Punkte verzeichnet, die man auf einem Rundgang besuchen kann – los geht’s am Odeonsplatz vor der Feldherrnhalle, wo 1923 der Hitler-Putsch ein blutiges Ende fand. Wahlweise auf Deutsch oder Englisch erzählt ein Sprecher, wie die Nazis später ein Ehrenmal für die Putschisten und auf dem Königsplatz gar „Ehrentempel“ errichteten. […]
Vor allem aber gehe der Tourismus-Trend in Richtung Individualführungen. Und in München gebe es – bis auf die Themengeschichtspfade und das Gedenk-Kunstwerk „Memory Loops“ – noch keine ähnlichen Hör-Angebote. […]
Dafür, dass der Inhalt stimmt, sorgte der Historiker Andreas Heusler vom Münchner Stadtarchiv, der auch im wissenschaftlichen Beirat des NS-Dokumentationszentrums sitzt. Er las die Manuskripte auf Faktentreue, sorgte für die Einhaltung akademischer Standards, eine angemessene Themengewichtung – und kommt zu dem Schluss: „Wenn die Texte danach nicht mehr verändert wurden, kann ich sagen, dass der Audioguide gelungen ist.“
Freilich ist die Stadt München selbst in Sachen Gedenken aktiv – nicht zuletzt durch das NS-Dokuzentrum, in dem junge Menschen ab 2015 erfahren sollen, wie die Nazis in München groß wurden. Heusler gibt zu, dass „Soundgarden“ die „erste richtige Audio-Führung“ zur NS-Zeit durch die Innenstadt gelungen sei: „Die haben was gewagt und waren clever genug, es früh zu wagen.“ […]
„München im Nationalsozialismus“ ist für 20 Euro im Buchhandel erhältlich – oder online unter www.muenchen-drittes-reich-audiotour.de.
Der ganze Artikel ist nachzulesen unter: www.merkur-online.de
NRZ, 08.09.2011
Im Gasometer Oberhausen in einer Stunde um den Globus
Gasolo, der gute Geist des Gasometers, führt junge Besucher in einem fantasievollen, interaktiven Hörspiel durch die Ausstellung „Magische Orte“ und erklärt dabei Naturphänomene, chemische Vorgänge und kulturelle Rituale.
„Heute erfülle ich dir alle deine Reisewünsche“, tönt eine tiefe Stimme und dann geht es auch schon los, einmal rund um die Welt zu den schönsten Orten des Planeten. Nein, es handelt sich nicht um den Mitarbeiter eines Reisebüros, der hier aus dem Audioguide spricht, sondern um Gasolo, den guten Geist des Gasometers[…]. Eine Stunde dauert die Tour mit dem Kinder-Audioguide, der im Gasometer zu entleihen ist und schon jetzt viele begeisterte Anhänger hat. […]
Informationen, die bei den Kids hängen bleiben
Oscar Hohmann (12) und seine Schwester Charlotta (9) finden die Audioguides klasse. „Man muss einfach die Nummern eintippen und dann bekommt man etwas dazu erzählt“, erklärt die 9-Jährige. In der Tat ist die Bedienung so einfach, dass die meisten Eltern schon nach wenigen Minuten von ihren Schützlingen allein gelassen werden. […] Oscar Hohmann gefallen die Kristalle in der Mitte des Ausstellungsraums am Besten. Da beschreibt Geist Gasolo die pyramidenartige Form und erinnert gleich daran, dass man solche Formen auch mal im Matheunterricht zeichnen muss – das Ergebnis aber niemals so gleichmäßig wird, wie die Natur es schafft.
Es sind diese Vergleiche und Verknüpfungen, die die ausgestellten Bilder und Exponate für Kinder greifbar machen. Die Wurzeln des Mammutbaums gleichen den Stützpfeilern des Kölner Doms, ein Vulkanausbruch fördert nicht nur Lava zu Tage, sondern kann auch eine Reise vermasseln, weil der Flugverkehr eingestellt werden muss. Das sind Informationen, die hängen bleiben.
Humorvoll von einem magischem Ort zum nächsten
[…] Doch nicht nur den Jüngsten hat es Gasolo, der auch schon im Gästebuch der Ausstellung gegrüßt wurde, angetan. „Inzwischen leihen sich auch viele Erwachsene den Kinder-Audioguide aus“, berichtet Thomas Machoczek. Kein Wunder, denn das Hörspiel führt humorvoll von einem magischem Ort zum nächsten und hält auch für ältere Besucher noch Wissenswertes bereit.
Außerdem gibt es so später reichlich Gesprächsstoff in der Familie. Welche Nummer hat dir am besten gefallen? Konntest du die Rätsel lösen, oder musstest du auf die Lösungen schauen? Eltern und Kinder erleben die Ausstellung unterschiedlich und können sich darüber austauschen. Das Hörspiel macht Spaß und schafft Kommunikation, besser kann es nicht sein.
Den ganzen Artikel mit Fotos können Sie unter www.derwesten.de nachlesen.
2010
Main Spitze, 05.11.2010
Neues vom Hexer: LANDESMUSEUM WIESBADEN. Wie sind die neuen Audioguides in der Expressionsmus-Schau?
[...]Auch ich ziehe mit meinem vom Gewicht her angenehm leichten Gerät los in die auch schon am frühen Morgen gut besuchte Schau. Und drücke erstmal die falschen Knöpfe. Sehr höflich korrigiert der Audioguide: "Zu diesem Hörtext ist keine Vertiefungsebene verfügbar." Ah, ja. Erinnert mich irgendwie an R2D2. Also nochmal: Die 1 drücken und dann auf den grünen Pfeil. Geht doch: Schon begrüßt mich eine sympathische Frauenstimme. Wie nett. Sie erläutert die Serie von Jawlenskys "Meditationen" im ersten Ausstellungsraum. Eine gute Idee auch, dass eine Männerstimme dann aus einem Brief des Malers zitiert.
Überhaupt sind viele Texte dialogisch aufgebaut - auch, was den Zuhörer betrifft. "Bestimmt haben Sie sich schon gefragt, woher der Name Blauer Reiter kommt?" fragt mich die Stimme, wartet aber meine Antwort gar nicht erst ab und erklärt gleich weiter. Da sind die Mitglieder der Führung, die gerade vorbeigehen, im Vorteil: [...].
Aber irgendwie nett ist es doch, wie die menschlose Stimme am Ohr mich behutsam gedanklich an die Hand nimmt und mir vor Kandinskys "Kosaken" aus dem Jahr 1911 abstraktionsmäßig auf die Sprünge hilft: "Wenn Sie sich etwas einsehen, entdecken Sie figürliche Bezüge." [...]
Es gibt drei überblickende Begleittexte zu den Blauen Reitern, der Blauen Vier und zum Abstrakten Expressionsmus und insgesamt zu 31 Werken der Schau interessante, informative Texte - bei 250 Arbeiten der Ausstellung finde ich das aber noch zu wenig. Allein vier Arbeiten von Kandinsky und ebensoviele von Gabriele Münter werden besprochen - aber nur zwei Werke oder Gruppen Jawlenskys. [...] Vergnügen und Lust auf mehr macht sie, die neue Audio-Führung. [...]
Den ganzen Artikel können Sie unter www.main-spitze.de nachlesen.
Märkische Allgemeine, 16.02.2010
Die orangenen Tucholsky-Erklärer:
Museum stellt neue Audioguides vor
„Die Gäste des Tucholskymuseums können sich ab sofort per Audioguide die Ausstellung erklären lassen. Die Texte für die Geräte haben Wiglaf Droste und Nicole Kleine aufgenommen. [....] Museumsleiter Peter Böthig ist froh, die Guides zu haben. „Das ist ein Schritt zu noch mehr Besucherfreundlichkeit“, sagte er gestern. Zum einen bieten die Texte auf den Geräten deutlich mehr Informationen als die knappen Tafeln an den Wänden. Zum anderen habe das Museum bisher nicht alle Anfragen für Führungen positiv beantworten können. Diese Lücke sollen die Geräte schließen. Etwa eine Stunde dauert der Rundgang mit ihnen.
Wiglaf Droste sieht einen großen Vorteil in den Geräten. „Das menschliche Trommelfell ist viel empfindlicher als das Auge“, sagt er. Gesprochene Texte könne er sich besser merken als geschriebene. Deswegen habe er sofort seine Hilfe angeboten, als er von dem Projekt hörte. [...]
Die Audioguides sind Teil eines größeren Projekts, mit dem das Tucholskymuseum seine pädagogischen Angebote vergrößern will. Künftig soll es neben den Audioguides Angebote für Schulklassen, Reisegruppen oder Senioren geben. Daran arbeitet die für zwei Jahre über ein EU-Projekt eingestellte Alexandra Brach. Sie war schon an der Konzeption der Audioguides beteiligt – deswegen kann sie auch die Farbe erklären. Die ist nicht zufällig gewählt: „Das ist die Farbe der Weltbühne“, sagt sie und zeigt auf ein Heft in einer der Vitrinen. In der Weltbühne veröffentlichte Tucholsky einen wesentlichen Teil seiner Texte, zeitweilig war er ihr Chefredakteur.
2009
Schwäbische Zeitung, 16.03.2009
Audioguides lotsen Besucher durch Geschichte des Brotes
"Eine Vertiefung unseres Informations-Angebots" ist dem Leiter des Museums der Brotkultur Ulm, Dr. Andrea Fadani zufolge, die Einführung eines Audioguides in deutscher und englischer Sprache.
"Wir schreiben das Jahr 1414", tönt eine sympathische Frauenstimme aus der portablen Hörstation. Es folgt eine sachliche Information über das "Konstanzer Konzil", das damals die Einheit der Kirche wiederherstellen sollte. Der kolorierte Holzschnitt "Fahrbarer Backofen", 1482 bei Sorg in Augsburg gedruckt, zeugt von diesen historischen Ereignissen.
Mit männlich-herber Stimme spricht die mittelalterliche Gestalt des "fürchterlichen Kleiekotzers" Auge in Auge mit der dämonischen Fratze des Holzobjekts von 1730 aus dem Gerät zum Besucher. Dieser weiß jetzt auch, dass Kleie früher als Abfallprodukt aus Wassermühlen quoll.
Einmal sachliche Information, einmal Anekdote in Erzählform: Der handlich-robuste Audioguide, den sich der Besucher an einer Schlaufe um den Hals hängen kann, leistet diese Mischform mit der Stimme von Münchner Schauspielern. [...] Zum Einsatz kommen 20 handliche, schwarze Audioguides, die sich das Museum der Brotkultur für 8000 Euro von der Münchner Firma "Soundgarden" angeschafft hat. [...]
Die finanziellen Aufwendungen fürs zusätzliche Informationsangebot belaufen sich auf etwa 20 000 Euro. Insbesondere Einzelbesucher, die nicht an einer Führung teilnehmen können, sollen von den neuen Audioguides im Salzstadel profitieren, wo immerhin eine Spanne von 6000 Jahren Kulturgeschichte versammelt ist. [...] So finden sich auf den drei Etagen der Dauerausstellung 47 zweiminütige Hörstationen, die in deutscher und englischer Sprache abgerufen werden können.
2008
Münchner Merkur, 29.12.2008
[...] Mit einem Telefon am Ohr Kunstwerke genießen: Elektronische Ausstellungsführer – wie hier in der Münchner Kandinsky-Ausstellung – ersetzen immer öfter ausführliche Bildlegenden. Im besten Fall sind Audioguides Dolmetscher zwischen Bild und Betrachter [...]
Nürnberger Nachrichten, 13.12.2008
Unterwegs mit Teddybärin Emma: Neue Audioführer lotsen große und kleine Besucher durchs Spielzeugmuseum. [...] soundgarden [...] ist es gelungen, einen unterhaltsamen Wegweiser zu kreieren. Der Hörbeitrag über Zinnspielsachen bietet etwa nicht nur einen detaillierten Dialog über deren Manufaktur oder das Elend der herstellenden Arbeiterinnen, sondern auch einen Text Goethes über das Spielen mit Zinnsoldaten.
Nürnberger Zeitung, 13.12.2008
Welche Prinzessinnen haben mit einer besonders prachtvollen Puppenküche gespielt? Wie funktioniert eine Dampfbrauerei? Solche und viele andere Fragen werden den Besuchern des Spielzeugmuseums jetzt in fünf Sprachen beantwortet - ein aufregender Rundgang durch die Welt des Spielzeugs“
Bergedorfer Zeitung, 20.10.2008
„Tragbare Geräte ermöglichen selbständige Touren über das große Gelände in Neuengamme. [...]. Die [...] Audioguides mit elektronisch gespeicherten Texten ermöglichen es Besuchern, die 55 Hektar großen Außenanlagen der Gedenkstätte am Jean-Dolidier-Weg selbständig zu erkunden.
Nürnberger Nachrichten, 18.07.2008
Elektronischer Erzähler erschließt das Fembohaus unterhaltsam in fünf Sprachen [...] Jetzt kann man über das Ohr ganz tief in die Geschichte des repräsentativen Bürger- und Patrizierhauses eintauchen. [...] Das Ganze ist pfiffig gemacht. [...] Professionelle Schauspieler sprechen die Texte - man hört es deutlich: Die Atmosphäre der jeweiligen Epoche knistert im Kopfhörer.
2007
Giessener Anzeiger, 01.03.2007
Das Holz- und Technik-Museum in Wißmar. Alles rund ums Holz ist in diesem modernen und lebendigen Haus hautnah spürbar. [...] Es galt etwas zu feiern. [...] Elektronische Geräte, etwas größer als ein Handy. Sie heißen Audioführer, die den einzelnen Besucher durch die fünf Abteilungen des Museums [...] leiten und ihn wahlweise in einer Kurzfassung oder ausführlich über die Dinge informieren.
Oranienburger Generalanzeiger, 13.02.2007
Gedenkstätte Sachsenhausen: Zahl individueller Besucher, vor allem aus dem Ausland, stieg voriges Jahr stark an [...] besonders stark waren Gäste aus spanisch sprechenden Ländern vertreten. [...] Wegen dieser starken Nachfrage habe man die Audio-Guides, mit denen man seine individuelle Führung per Tonträger unternehmen kann, eigens mit Spanisch nachgerüstet.
Granseer Zeitung, 10.01.2007
Hördusche bei Tucholsky [...] Der Hörer sieht ein wenig aus wie ein Duschkopf. Doch statt Wasser kommen Texte und Musik aus ihm. Hörstation nennt sich das Ganze. [...] An jeder der beiden Stationen können Besucher am gut lesbaren Display auswählen, was sie mit der auch von sehschwachen Menschen oder Senioren gut erkennbaren Großtasten-Tastatur abrufen wollen.
2006
Rhön- und Streubote, 12.05.2006
Mit einem Audioguide in Stadt und Flur die Ursprünge bäuerlichen Lebens, Wohnens und Arbeitens erfahren. [...] „Das Museum ist so nicht länger eine ’Insel’, sondern wird mit Stadt und Landschaft vernetzt“, freute sich [die Museumsleiterin Sabine] Fechter. [...] Die Besucher können sich dann mit Hilfe eines Audio-Guides [...] auf Erkundungstour begeben und erhalten dabei beispielsweise interessante Informationen über die Geschichte alter Brunnen und Ackerfluren.
Oranienburger Anzeiger, 17.02.2006
Rund 350 000 Gäste besuchten die Gedenkstätte Sachsenhausen 2005. Seitdem die Gedenkstätte in den vergangenen Jahren umfassend neu gestaltet wurde [...] konnte die Vielzahl der Besucher ständig gesteigert werden. Sehr beliebt ist auch der Audio-Guide [...].
